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Erdöl

1.

In meines Lebens Mitte: wie mit einem Zirkel punktgenau gesetzt. Nachtzug
durch eine Nord-Süd-Wasserscheide, ein herausgelöster Kilometer, langgestreckt,
du hältst ihn für einen Tunnel, fühlst die geschichteten Moleküle ganz dicht, im Flug
hoch hin an einer Baggerschaufel, die dich über aufgeworfenes Erdreich trägt.

An den Zacken hängend, im Zwischenraum, wo die Flüsse umpolt werden und du alles
der Reihe nach: Steine, Schwaden, mäanderndes Erdöl auftauchen siehst –
du stehst angewurzelt wie ein Wachsoldat und starrst auf das enfesselte Reale.
Das Öl schießt, zweifach gewunden, als Widder heraus auf dich zu, Neophyt.

Hast du das Mädchen, das Öl, mit einem Klarapfel herausgelockt aus Erdhöhlen –
in die Hesperidengärten? Filmriss. Fiel in die Wanne ein Hochspannungsdraht?
Der Fabrikschornstein zerfällt in einem Futteral aus Staub. Und das Öl geht
taub seinen Gang: nicht dieses, nicht jenes – etwas Drittes, uns unbekannt.

Das Öl, wie in konvexen Spiegeln – gleichsam ungeschütztes Spiel mit Adlern:
Du entfernst dich, gehst näher heran, weichst dem Schnabel aus. In dem voll-
gekotzten, verrauchten Waggonende werden wir uns nicht verfehlen. Ähneln
sich denn nicht, wie ein Hussein dem anderen, der Louvre und ein Tropfen Öl?

Du folgtest der Weisung arabischer Potentaten, durchliefst auf Zehenspitzen diese Phase,
an den Haaren lotrecht geführt, dorthin, wo du mit keinem Überleben rechnetest.
Auf deinem Adamsapfel standst du, den Liquidus des Öls zu prüfen, gabst den
Hörnern des unterirdischen Widders einen Schlag und klammertest dich an ihm fest.

Wie Krüge im Dunkel der Kammer verschwinden und ihm Umrisse von 5-en einprägen,
hat sich aus all den Randerscheinungen Erinnerung an das erste Lebensdrittel gelöst:
Schemen von Mördern, ihre knochigen Stöcke, wie in Neonlicht – über blauen Flecken.
Dr. Tulps Finger tastet durch die Leichenhalle und findet Öl, wo er in den Himmel stößt.

Und wenn es herauskommt ins Freie, ist es stumpf geworden vor schwarzen Gefühlen.
So hellt Sand auf unter der Sohle, so zerstreut sich nach einer Explosion die Menge,
Zickzack der Krabben, Lichtblitze, die unter verdunkelnden Sicheln ausglühen.
Heranwälzende Erde in Nahaufnahme... Und du weißt, wo du bist, in wessen Fängen.

Und reagiertest mit absolutem Nichtstun, statt es im Weiß zu ertränken, im Bottich.
Brachst dein Suchen ab, schaltetest die Spiegel in den nichtidentischen Dingen aus.
Doch solange es sich vorwärtstastet wie im Bermudadreieck verirrte Flotten,
und so vorsichtig, wie jemand seine Nadeln in den Latrinen tauscht,

solange es unter selbst erzeugter Spannung stehende Tanker – silberne, blinde
Flecken, die sich nach außen umstülpend implodieren – an seiner Leine führt
und solange innen von deiner Stirn sein Shell-Befehlsfenster nicht verschwindet
und solange es Barrel um Barrel gelb schimmernde Stapel übereinandertürmt,

solange Tataren ihre Finger hineintunken, um es an den Wangenknochen zu verreiben,
und Zivilisationen in ihm versinken wie ein Virus im Internet,
solange wir Blätter als Lichtschutz auf die Nasen kleben, an öltriefenden Felsen hintreiben,
solange unser Bett nach Erdöl riecht – als Fiebertraum doppelt quält,

und solange du im langen Kleid mit hoher Frisur wie ein Löffel aussiehst –
ein naiver Vergleich – und spürst, wie unter deinen Absätzen Öl hervordrängt,
solange du gebietest, dir selbst zürnst, dich ein wenig kratzt, du existierst –
schlägt das kleine Gewicht der Abschiede zum Vorteil des Öls aus, das uns trennt,

dort, wo die Flüsse, wie Hälften einer Spielkarte, den Glocken von Waldai zuhören.
Solange der Traum zwingt, Glas zu kauen, aber du es nicht schlucken kannst –
dreht dich das Mark der Erde auf Waggonrädern, ist alle Kontrolle verloren,
steigt das Öl hoch bis an die Kehle. Und Schlamm umfängt es und zieht es an.

Translated from Russian by: 
Hendrik Jackson
Original source: 
Нефть
 

Генрик, конечно, старался, но

Генрик, конечно, старался, но не стал его двойником. Циркуль в дату не воткнул!!

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